Silvester-Feuerwerk? Aber sicher!

Zum Jahresende wird gerne und oft mit offenem Feuer umgegangen, sei es mit Kerzen in der Wohnung oder vor der Tür oder eben an Silvester mit Feuerwerkskörpern aller Art. Beim sicheren Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen kann das ein farbenfrohes Schauspiel werden. Bei leichtsinniger Handhabung droht aber auch schnell ein böses Erwachen. Ein paar einfache Regeln helfen, den Silvesterabend zu einem schönen und ungefährlichen Erlebnis zu machen.

Feuerwerkskörper in der Originalverpackung lagern!

Feuerwerkskörper sind unter bestimmten Umständen „massenexplosionsfähig“, d.h. viele kleine Sätze explodieren dann zusammen mit ungleich größerem Effekt. Dies wird im Normalfall durch die Umverpackungen, die entsprechende Eigenschaften haben, verhindert oder begrenzt. Packt man nun schon am Silvestertag alle Knaller und Raketen aus und legt alle zusammen in eine Tasche oder einen Rucksack, dann droht Gefahr! Insbesondere wenn eine Zündquelle, auch unabsichtlich, zu den Böllern gelangt, können die Folgen fatal sein. Unsere Partner von der ProFF GmbH haben vor einigen Jahren einmal gezeigt, wie so etwas ausgehen kann. In einem Steinbruch wurde eine handelsübliche Menge an verschiedenen Feuerwerkskörpern entzündet und gelangte zur Explosion.

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Feuerwerkskörper sicher entzünden

Feuerwerkskörper sind dafür da, angezündet zu werden. Aber nur an den dafür vorgesehenen Lunten und Zündschnüren und vor allem: Nur einmal! Zündet ein Böller nicht nach dem ersten Anzünden, ist die Zündschnur aber ggf. schon verkürzt und der Feuerwerkskörper kann frühzeitig, etwa in der Hand, explodieren. Daher sollten „Blindgänger“ nicht wieder aufgehoben und am besten mit einem Eimer Wasser unschädlich gemacht werden. Sicheres Anzünden geht z.B. gut mit einem Stabfeuerzeug, bei schlechtem Wetter auch mit speziellen Sturmstreichhölzern.

Keine Experimente, keine „Polenböller“

Kinder, aber auch so manche Erwachsenen, neigen dazu, Feuerwerkskörper auch mal etwas zu „verbessern“ – also ein paar davon zusammen zu binden, irgendwo hinein zu stecken oder gar auseinander zu bauen und mit dem darin enthaltenen Schwarzpulver eigene „Böller“ herzustellen. Das sollte man genau so unterlassen wie die Verwenund von ungeprüftem Feuerwerk aus dem osteuropäischen Ausland. Diese so genannten „Polenböller“ enthalten teilweise deutlich mehr Sprengstoff als hierzulande im Handel befindliche Produkte und können zu schweren Verletzungen führen. Ganz allgemein muss man sagen: Böller sind kein Spielzeug! Sie gehören nicht in Kinderhände, und natürlich darf man sie nicht in eine Menschenmenge werfen oder damit auf Personen zielen!

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Alternativen für Familien mit Kindern oder Haustieren

Haustiere reagieren auf Feuerwerke oft mit Stress, und auch Kinder haben manchmal Angst vor den lauten Krachern. Schön wäre es daher schon mal, wenn sich die Knallerei auf die tatsächlich gesetzlich erlaubte Zeit vom 31. Dezember bis zum 1. Januar beschränken würde. Diese Einschränkungen ergeben sich aus § 23 Abs. 2 der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV), aber auch Satzungen der Kommunen können weitere Verbote vorgeben. So verbieten zwischenzeitlich immer mehr Gemeinden mit historischen Gebäuden das Abbrennen von Feuerwerk in der Nähe dieser Bauwerke oder gar in ganzen Altstadtbereichen. Auch das Abbrennen von Feuerwerk in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen ist zu unterlassen. Geräuschlose, aber dennoch farbenfrohe Alternativen für Kinder, aber auch für Erwachsene, die es gerne etwas leiser haben, könnten z.B. Wunderkerzen, Fackeln und Knicklichter sein.

Sicherheit ganz allgemein

Wie immer bringt es natürlich nichts, sich nur auf die gefährlichen Aspekte des Feuerwerks zu konzentrieren. Neben den oben geschilderten besonderen Maßnahmen ist es wichtig, ganz allgemein in und um das eigene Haus oder die Wohnung für Sicherheit zu sorgen. Entstehende Brände können durch Rauchmelder rechtzeitig erkannt werden, Feuerlöscher und Löschdecken helfen bei der Bekämpfung von Entstehungsbränden. Für den Notfall sollte entsprechendes Erste-Hilfe-Material vorhanden sein – und am besten wäre natürlich auch eine recht aktuelle Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse.