GIS-Systeme zur Einsatzunterstützung

Viele für den Einsatz wichtige Punkte lassen sich mittlerweile aufgrund vorhandener genauer geografischer Koordinaten sehr genau bestimmen und somit auch mit Hilfe von geografischen Informationssystemen (GIS) zur Einsatzplanung, Lageerkundung und zur Ausbildung mittels EDV-Systemen nutzen. Google hat mit Google Earth einen Standard für das speichern und verarbeiten von Geodaten, die .kml- und .kmz-Dateien, geschaffen. Erfasst man nun vorhandene markante Punkte in diesem Format kann man sie von jedem internetfähigen Computer und mittels der passenden Software (z.B. GPS-Essentials für Android-Smartphones) auch mobil nutzen. Wie das geht sollen die folgenden Beispiele verdeutlichen.

Fortsrettungspunkte im Rheingau-Taunus-Kreis

Ein Rettungspunkt am Waldrand

Rettungspunkt am Waldrand

Seit mehr als 10 Jahren gibt es in Hessen die so genannte Rettungskette Forst, die vor allem die schnelle Hilfeleistung für im Wald Beschäftigte sicher stellen soll. Insgesamtgibt es mehr als 4.000 definierte Punkte, die als Treffpunkt der Rettungskräfte mit den Ersthelfern im Falle eines Unfalls im Wald dienen sollen. Allen Rettungspunkten gemein ist, dass die sich an markanten Punkten befinden und mit einem grün-weißen Schild gekennzeichnet sind. Auf dem Schild findet sich eine hessenweit eindeutige Kennung, die beim Notruf an die Rettungsleitstellen weiter gegeben werden kann. So entfallen langwierige und oft missverständliche Ortsbeschreibungen und die Eingreifzeiten werden verkürzt.

Bei Tätigkeiten im Wald, etwa beim Holzfällen, aber auch beim Klettern, Wandern und beim Geocaching hilft es, die in der nähe befindlichen Rettungspunkte zu kennen und sich daran zu erinnern. Wichtig ist, dass der Verletzte nicht zum Rettungspunkt gebracht werden muss – nach einem Unfall können unkontrollierte Bewegungen zu einer Verschlimmerung der Zustandes führen. Es reicht aus wenn ein Helfer dort hin geht um die Rettungskräfte einzuweisen. Auch wenn nur zwei Personen vorhanden sind ist es ggf. besser den Verletzten nach entsprechender Hilfeleistung zu verlassen als lange Zeit auf den Rettungsdienst zu warten.

Und natürlich ist es auch wichtig für die örtlichen Rettungskräfte, die Rettungspunkte in ihrem Tätigkeitsbereich zu kennen, denn meist sind diese auch für die Verabredung von Treffpunkten bei der Zufahrt zu Waldstücken (also als Lotsenpunkte für ortsunkundige Kräfte) oder die Einweisung eigener Einheiten gut geeignet. Sie sollten also in der Einsatzplanung berücksichtigt und in der Ausbildung vorgestellt werden

Ich habe die Rettungspunkte des Rheingau-Taunus-Kreises für euch zusammen gestellt. Sie können hier herunter als .kmz-Datei geladen werden und für die Planung, Ausbildung und auch im Einsatz verwendet werden. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich natürlich keine Garantie für die Richtigkeit aller Daten übernehmen kann – schließlich sind das einige Punkte und ich war auch noch nicht überall um selbst mal nachzuschauen, ob da ein Schild hängt.

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Wasserentnahmestellen im Forstbereich

Wichtig für die Einsatzplanung im Waldbrandeinsatz oder die schnelle Lageerkundung ist die Kenntnis über das Vorhandensein und die Erreichbarkeit offener Wasserentnahmestellen. An diesen kann eine Versorgungsstrecke beginnen oder sie können für das Einrichten einer Wasserübergabestelle (an Tanklöschfahrzeuge oder, mittels Faltbehälter, auch an Hubschrauber mit Außenlastbehältern).

Auch diese Punkte kann man, so sie genau erfasst sind und man die Koordinaten kennt, in Geoinformationssystemen nutzen. Als Beispiel habe ich hier die vom Rheingau-Taunus-Kreis gesammelten Wasserentnahmestellen als .kmz-Datei zum Download angehängt. Hierzu sei gesagt, dass lange nicht alle Teiche und sonstigen tauglichen Gewässer erfasst sind. Auch bei den hier erfassten Wasserstellen ist sicherlich vor der beasbsichtigten Nutzung oder Integration in Einsatzunterlage eine Ortsbegehung sinnvoll – gerade Fischteiche werden hin und wieder einmal geleert, manche werden nicht mehr gepflegt und verlanden dann. Und last but not least: Diesen Download bekommt man nur, wenn man sich vorher auf unseren Seiten registriert. Das geht ganz einfach und hat für euch keine Kosten oder sonstigen Nachteile zur Folge. Der Hintergrund ist einfach, dass ich bestimmte einsatztaktische Infos nicht unbedingt wahllos streuen will. Die Registrierung stellt daher nur ein Mindestmaß an „Hürde“ dar, die man überwinden können sollte, wenn man ernsthaft an den Informationen interessiert ist.

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GIS für alle?

Zu allerletzt eine Anregung: Wie wäre es mit einem Austausch von Geoinformationen für die Kräfte der Gefahrenabwehr? Der Anfang ist hier gemacht, und wer Ergänzungen und Anregungen hat ist gerne willkommen, sich hier per Kommentar oder auch per Mail an training@mo-esch.net zu Wort zu melden!