Lagedarstellung mittels EDV

MO Training & Beratung bietet mit dem Lagekartensystem LKS und mit Taktifol zahlreiche Möglichkeiten an, im Einsatz eine Lagekarte „per Hand“ zu führen und wichtige Informationen gut sichtbar darzustellen. Wir wollen hierbei jedoch nicht außer Acht lassen, dass im Zeitalter moderner, mobiler Bürokommunikationslösungen auch viele Möglichkeiten existieren, einen Einsatz per EDV zu führen und im Rahmen der dazu angebotenen Programme auch die Lagedarstellung möglich ist. Wir wollen daher einige Möglichkeiten vorstellen und hierbei auf die, aus unserer Sicht vorhandenen, Vor- und Nachteile insbesondere für den Einsatz in der Führungsstufe B, eingehen.

Sceptros

Aus der Praxis für die Praxis – und dazu auch noch kostenlos. So kann man Sceptros vielleicht mit einigen kurzen Worten beschrieben. Bei diesem kleinen Programm handelt es sich um eine von Mitgliedern des THW entwickelte Software zur Führung in der örtlichen Gefahrenabwehr. Schwerpunkte sind dabei

  • das Führen einer Lagekarte
  • ein Einsatztagebuch
  • eine einfache Auftragsverwaltung

Zudem können mit sceptros auch graphische Pläne und Anweisungen erstellt werden. Das Programm beinhaltet bereits 600 taktische Zeichen zur Darstellung verschiedenster Organisationen, Einheiten und Fahrzeugen. Es können aber auch eigene Grafiken und Symbole, wie z.B.die Dateien unserer CD „Taktische Zeichen“ integriert werden. Hat man einmal die nötigen Fahrzeuge und Einheiten angelegt, können diese auf der Lagekarte verschoben werden, die Besatzungsstärken können angepasst und die aktuelle Satus lässt sich verändern. Diese Aktionen können automatisch in ein Einsatztagebuch übernommen und entsprechend dokumentiert werden. Auch manuelle Einträge im ETB sind möglich.

Die Vorteile liegen dabei eindeutig im Preis-Leistungs-Verhältniss – ein für die örtlichen Belange sicherlich ausreichendes Programm erhält man kostenlos, eine benutzerspezifische Anpassung ist jederzeit durch eigene Grafiken und durch die Möglichkeit, verschiedene Hirarchieebenen anzulegen, gegeben. Die automatische ETB-Funktion hilft ohne großen Aufwand bei der beweissicheren Dokumentation. Kleine Nachteile ergeben sich durch die fehlende Möglichkeit die Lagekarte unabhängig vom ETB auf einem zweiten Monitor, Beamer o.ä. darzustellen. Auch ist sceptros nicht mehrplatzfähig, was allerdings in der Führungsstufe B kaum ins Gewicht fallen wird, da die Aufgaben Einsatztagebuch und Lagekarte in der Regel auf einen Führungsgehilfen vereint sein werden. Für den Einsatz bei Sanitätsdiensten fehlt es an einer Kombination zwischen Auftragsmodul und Statusverwaltung, zudem wäre hier eine Erfassung von Patientendaten sicher nützlich. Unser Fazit: Wer ein einfach zu handhabendes Programm sucht, dass die manuelle Führung eines Einsatztagebuches ersetzen und die Arbeit im ELW 1 vereinfachen soll, der liegt mit sceptros genau richtig. Derzeit befindet sich eine neue Version von sceptros in der Entstehung, die sicherlich hier noch die ein oder andere Verbesserung bringen wird.

Abschließend sei noch angemerkt, dass MO Training & Beratung ein „sceptros Partnershop“ ist. Mit der sceptros card und den sceptros wallcards bieten wir Einsatzhilfen für alle Führungskräfte und -helfer an, die im Einsatz Lagekarten lesen, gestalten und interpretieren müssen.

EDP 4

Mit der Erweiterung des Funktionsumfanges steigen naturgemäß auch die Kosten für ein solches Programm. Mit EDP 4 erhält man eine vollwertige, komplett netzwerkfähige Einsatzleit- und Dispositionssoftware, deren Oberfläche stark an das in vielen Einsatzleitstellen verwendete ISE Cobra erinnert. Schwerpunkte in EDP 4 sind

  • Auftragsverwaltung mit Alarmierungs- und Statuserfassungsmöglichkeiten
  • „Unwettermodul“ für die Disposition in Flächenlagen
  • Verwaltung mehrerer Einsätze und Zuordnung freier Einsatzmittel
  • Patienten- und Objektverwaltung
  • Anlegen von Einsatzmittelketten zu bestimmten Alarmstichworten, Orten und Objekten

EDP 4 eignet sich daher vor allem für den Einsatz in Feuerwehreinsatzzentralen oder in Führungsstellen bei Großveranstaltungen und Sanitätsdiensten. Im Mittelpunkt steht dabei das Anlegen verschiedener Einsätze und die Disposition der passenden Einsatzmittel. Dabei ist auch die Netzwerkfähigkeit von Vorteil, zudem können einzelnen Bearbeitern unterschiedliche Rollen zugeordnet werden. Für die Führung im ELW in der klassichen Führungsstufe B ist EDP 4 daher allerdings nur beschränkt geeignet, zudem wird der nötige Pflegeaufwand selten im Verhältnis zur Notwendigkeit einzelner Daten im Akuteinsatz auf Zugebene stehen. Für Feuerwehr-Einsatzzentralen stellt EDP 4 aus unserer Sicht ein gutes und umfangreiches Werkzeug dar, mit dem auch die selbtsständige Disposition von Einsätzen, etwa bei flächigen Unwetterlagen, möglich ist.

EDIT 02.04.15: Inzwischen wurden einige Module von EDP 4 durch taktische Zeichen aus unserer LKS-CD 1 ergänzt. Ein ausführlicher Beitrag hierzu erfolgt demnächst.

Eine Demoversion von EDP4 kann kostenlos auf der Seite www.einsatzleitsoftware.de herunter geladen werden.

Ruatti R.4C

Eine professionlle Lösung für die stabsmäßige Einsatzleitung ist Ruatti R.4C. Für den Gebrauch auf der Ebene der Führungsstufe B sind solche System, wie z.B. auch tecBOS von MSA Auer, nur bedingt geeignet. Die Besonderheit von R.4C ist, dass es auf einer Online-Plattform gehostet ist und der Einsatz somit i.d.R. eine Onlineverbindung erfodert. Dafür ist ein Mehrplatzfähiges Arbeiten unabhängig von den Verbindungen der einzelnen Bearbeiter zueinander möglich.

R.4C bietet zahlreiche Module zur Unterstützung der Lagedarstellung, zur Pressearbeit, Kräftedisposition und Ressourcenmanagemt und auch einen Planübungstrainer. Zentrales Herzstück von R.4C ist das Kommunikationsmodul, mit dem Nachrichten im Stab aber auch zwischen Abschnittsleitungen und der TEL ausgetauscht werden können. Eine Nachweisung ist integriert, ebenso eine Nachverfolgung und Vorrangstufen.

R.4C eignet sich aufgrund seiner Größe und des damit verbundenen Ausbildungsaufwandes nicht für den Einsatz in einem ELW 1 mit einer örtlichen Führungseinheit. Geeignet ist es allerdings für den Einsatz bei Großveranstaltung und Sanitätsdiensten.

Weitere Informationen gibt es auf der Hompage der Firma Ruatti.